Renteninformationen (BfA Berlin)


Rentenformen

Wichtige Informationen zur Rente

FAQ zur Rente

Weitere Informationen zur Rente

Rentenlexikon

1. Aktueller Rentenwert
2. Altersgrenze
2.1. Altersgrenze für die Regelaltersrente
2.2. Altersrente für besonders langjährig Versicherte
2.3. Altersrente für langjährig Versicherte
2.4. Altersrente für schwerbehinderte Menschen
2.5. Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit
2.6. Altersrente für Frauen
3. Anrechnungszeiten
4. Arbeitseinkommen
5. Arbeitsentgelt
6. Arbeitslosigkeit
7. Beiträge
8. Beitragsbemessungsgrenze
9. Beitragsbemessungsgrundlage
10. Beitragsfreie Zeiten
11. Beitragsgeminderte Zeiten
12. Beitragssatz
13. Beitragssatzziel
14. Beitragszeiten
15. Berufsunfähigkeit
16. Betriebliche Altersvorsorge
17. Bezugsgröße
18. Durchschnittsentgelt
19. Entgeltpunkte
20. Erziehungsrente
21. Ersatzzeiten
22. Erwerbsminderungsrente
23. Freiwillige Versicherung
24. Generationenvertrag
25. Geringfügige Beschäftigung
26. Grundsicherung bei Altersrente und Erwerbsminderung

Riester-Rente – Mit staatlicher Hilfe zur privaten Vorsorge

Bereits seit dem 1. Januar 2002 bestehen Möglichkeiten über die sogenannte Riester-Rente eine zusätzliche Vorsorge fürs Alter greifen zu lassen. Den Namen hat diese Rente durch Walter Riester erhalten, den ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Für diese Zusatzrente sind staatliche Fördermittel aus allgemeinen Steuern möglich, denn die Riester-Rente sichert steuerliche Vorteile. Bis zum zweiten Quartal 2011 haben mehr als 14 Millionen Bundesbürger diese Zusatzmöglichkeit für sich genutzt.

Absolut jeder Arbeitnehmer, der seine Zahlungen an die gesetzlichen Rentenversicherungen leistet, wie auch ehemalige Wehrdienst- oder Zivildienstleistende, das Heer der Minijobber, Studenten, Beamte, pflegebedürftige Personen und auch arbeitslose Bürger haben die Möglichkeit, von den Vorteilen der Riester Rente zu profitieren. Jeder Bürger, der im Laufe der Zukunft Gefahr läuft, dass sich das Rentenniveau absenkt und dem Altersvorsorgesystem zugehörig sind, sind potentielle Nutznießer.

Eine Absicherung bis zum Lebensende läuft über regelmäßige Monatszahlungen. Dadurch, dass die Höhe der monatlichen Zahlungen dynamisiert werden kann, bestimmt der Einzahler den zu leistenden Betrag. Diesen Betrag kann man bequem den persönlichen Lebensumständen anpassen und flexible Einzahlungen vornehmen. Sogar das Aussetzen von sogenannten Spareinlagen ist optional und die Mindestbeiträge, die sich nach dem Einkommen richten, sind sehr schlank bemessen.

Die Riester-Rente im Überblick:

Mit der Riester-Rente werden hohe Förderquoten von bis zu 67% erzielt. Diese Absicherung wird sowohl als Privatzahlung oder via der betrieblichen Altersvorsorge mit staatlichen Zuschüssen und/oder Steuerfreibeträgen subventioniert und gefördert.

Ein Aussetzen der Zahlungen bringt keine Verluste für den Beitragszahler mit sich, da diese private Altersvorsorge rein auf freiwilliger Basis abläuft. Es erwächst daraus natürlich keinerlei Verpflichtung oder Bindung, die staatliche Förderung wirklich in Anspruch nehmen zu müssen. Für Eheleute gilt, dass jeder Ehepartner sich seinen eigenen Versorgungsanspruch inklusive der vollen staatlichen Förderung generieren kann. Diese Modell greift selbst dann noch, wenn man selbst als Person nicht förderberechtigt ist, der eigene Ehepartner jedoch zum Kreis der förderungsberechtigten Personen zählt. Über die Riester-Rente erhält man eine additionale Förderung von 185 Euro bis zu 300 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind.

Auch für erfolgte Aufwendungen der betrieblichen Altersvorsorge greifen unter Umständen die Vergünstigungen. Berufseinsteiger erhalten bis zum 25. Lebensjahr eine additionale Extraprämie von 200 Euro. Die geleisteten Beiträge für diese Form der zusätzlichen Altersvorsorge lassen sich über Sonderausgaben in der Einkommenssteuererklärung wiederum geltend machen. Das Finanzamt übernimmt seinerseits die automatische Überprüfung, ob dies für den steuerpflichtigen Beitragszahler günstiger ist als die eigentlichen Zulagen. Je Vertrag können ab dem Jahr 2008 bis zu 2.100 Euro abgesetzt werden. Übersteigt der Steuersatz den prozentualen Anteil der eigenen Zulagen, wird automatisch eine Überweisung der Differenz vorgenommen. Auch für den Fall, dass man selbst in der Hartz IV Bezug rutscht, bleibt die Riester-Rente davon absolut unberührt.

Welcher Personenkreis, bei der Riester Rente, ist förderungsberechtigt?

Als Begünstigte gelten grundsätzlich alle Personen, welche über die gesetzlichen Rentenversicherungen als pflichtversichert gelten. Dazu zählen neben den regulären Arbeitnehmern auch die pflichtversicherten Selbständigen sowie bestimmte Personenkreise, die sich in besonderen Lebenslagen befinden. Dazu zählen zum Beispiel die Empfangsberechtigte von Arbeitslosen- und/oder Krankengeldern, Pflegepersonen, Wehrdienst- und Zivildienstleistende, Eltern im Rahmen von Kindererziehungszeiten, Personen, welche ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvieren und Auszubildende.
Über diese Personenkreise hinaus zählen grundsätzlich Beamte, Richter wie auch den Dienst verrichtende Soldaten zum begünstigten Personenkreis.
Nicht förderungsberechtigte Personenkreise, der Riester Rente, sind alle freiwillig Rentenversicherten, die geringfügig entlohnten Beschäftigte in 400-Euro-Jobs, falls sie nicht auf die ihnen zustehende Versicherungsfreiheit freiwillig verzichtet haben, Pflichtversicherte einer berufsständischen Versorgungseinrichtung, zu denen beispielsweise Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte zählen sowie Selbständige, die grundsätzlich nicht der Versicherungspflicht innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherungen unterliegen.
Doch auch diese nicht begünstigten Personen können in den Genuss der Förderung gelangen, so sie einen eigenen Weg der Altersvorsorge gewählt haben und ihr Ehepartner zum Kreis der begünstigten Personen zählt.

Die Rürup Rente mit steuerlich absetzbaren Beiträgen

Die 2005 eingeführte Rürup Rente, aus der Taufe gehoben vom Ökonom Bert Rürup, ist eine staatliche subventionierte Rentenform. Diese besondere und staatlich geförderte Rentenform wird über private Beiträge der Versicherten gespeist, wobei die geleisteten Beiträge in ihrer Ansparphase über eine Staffelung steuerliche Förderung erfahren. Für diese staatliche Förderung müssen jedoch bei Erreichen des Rentenalters die vollen Steuern abgeführt werden.

 

Die Rürup-Rente ist de facto und de jure zweckgebunden. Das bedeutet, sie wird als eine Form der Leibrente angesehen und kann von daher – wie die gesetzliche Rentenversicherung übrigens auch – grundsätzlich nur verrentet werden. Für den Versicherten besteht kein Kapitalwahlrecht und die Rürup Rente wird ausschließlich als konventionelle Form der Kapital-Rentenversicherung oder als fondsgebundene Rentenversicherung angeboten. Hierüber sollte seitens der Gesetzgeber sicher gestellt werden, dass alle vom Versicherten angesparten Beiträge bei Erreichen des Rentenalters zweckgebunden zur Altersvorsorge Verwendung finden und nur dafür aufgewendet werden. Über diese Zweckbindung will der Gesetzgeber garantieren, dass ein Versicherungsnehmer trotz staatlicher Förderung im Alter nicht wieder der Staatskasse zur Laste würde.

Wie verlaufen die Steuervergünstigungen bei der Rürup Rente

Alle eingezahlten Beiträge zur Rürup Rente werden ab Beginn mit 60 Prozent steuerlich begünstigt. Diese steuerlichen Vergünstigungen steigen mit jedem Jahr um zwei Prozent an, dass bei einem angenommen Start im Jahr 2005 (da wurde die Möglichkeit eingeführt), das steuerlich absetzbare Maximum von 100 Prozent der geleisteten Beiträge im Jahr 2025 erreicht wäre. Die im Jahr 2005 fixierten Verträge der Rürup Rente erfahren andererseits auch ab 2005 zu 50 Prozent versteuert werden. Im Nachgang steigt die jährliche Steuerlast um jährliche zwei Prozent bis zum Jahr 2020. Ab dem Jahr 2040 wären die Renten, die man als Rürup Rente erhält, mit 10 Prozent als Einkommen zu versteuern. Ziel dabei ist es, dass auch die bis dahin stark angestiegene Zahl der Rentner ihren Steueranteil und steuerliche Mitverantwortung am staatlichen Gesamtergebnis tragen soll. Als Arbeitnehmer erfährt man also Entlastung in Form von Absetzbarkeit und als Rentner mit einem niedrigeren Steuersatz übernimmt man einen höheren Anteil als bisher.

Für wen bietet sich die Rürup Rente an?

Über die Rürup-Rente ist Selbständigen, die mit einer relativ hohen Steuerbelastung belegt sind, die Möglichkeit gegeben, sich eine Altersvorsorge anzusparen, welche von Steuerbegünstigungen profitiert. Doch auch Angestellte haben die Option, über die Nutzung der Rürup Rente ein zusätzliches Vermögen anzusammeln und für ihre Altersvorsorge zu nutzen. Auf sie entfällt eine steuerliche Förderung, die inklusives des Sonderausgaben Höchstbetrages sich bei rund 20.000 Euro je Person und Jahr einpendelt.

Über die fixierte Auszahlung dieser Rürup Rente, welche sich erst bei Erreichen des Rentenalters in Form einer als Rente erfolgt, spricht man hinsichtlich der angesparten Beträge laut SGB von einem sogenannten „nicht verwertbaren Vermögen“. Aus diesem Grund ist es auch in seiner Ansparphase pfändungsfrei gestellt. Dies bedeutet juristisch, dass ein Vertrag zur Rürup Rente, der vor einer Antragstellung auf den Bezug von ALG II (Hartz IV genannt) abgeschlossen wurde, nicht auf die Leistungen anzurechnen ist, welche die ARGE an den Versicherten zu zahlen hat. Es besteht keinerlei Anrechnung oder gar Zugriff, da der Vertrag der Rürup Rente nicht vor Beginn der Rentenzahlung künd- und auflösbar ist.

Die Rürup Rente im Überblick:

Einem Versicherungsnehmer wird die Möglichkeit geboten, sich über seine Spareinlage und mit Hilfe von staatlicher Förderung seine Altersvorsorge anzusparen. Dieses ersparte Kapital des abgeschlossenen Rentenvertrages auf Basis der Rürup Rente kann auch im Falle einer Arbeitslosigkeit des Versicherten nicht angetastet werden. Eine Vermögenszu- oder -aufrechnung für die Situation des Leistungsbezugs nach ALG II findet nicht statt und die einmal angesparte Altersvorsorge bleibt dem Versicherten auch bei Hartz IV erhalten. Eine Pfändung für den Fall der privaten Insolvenz ist in der Ansparphase nicht möglich. Nach Abschluss der Ansparphase und in der Rentenzeit kann nur auf die Beträge Zugriff genommen werden, die oberhalb der Pfändungsfreigrenzen angesiedelt sind. Ansonsten bleibt die Rürup Rente unantastbar – auch für den Fall der Privatinsolvenz. Das Grundprinzip der Rürup Rente ist das Prinzip einer Leibrente. Das bedeutet, nur der Ansparer hat Verfügungsgewalt und im Todesfall würde das ersparte Kapital verfallen. Doch auch diesbezüglich bieten diverse Gesellschaften Alternativen an, bei denen mittels einer Zusatzversicherung auch die Rürup Rente an Hinterbliebene fließt, bzw. eine Rückgewähr der Beiträge im Todesfall erfolgt, ohne jedoch dafür in die steuerlichen Vergünstigen zu gelangen. Der Rentenzugriff auf die Rürup Rente kann bereits ab dem 60. Lebensjahr erfolgen, auch wenn es keine Rentengarantiezeit oder ein Kapitalwahlrecht gibt.

Wie die Betriebliche Altersvorsorge die Rente aufbessert

Ein weiterer Eckpfeiler der Altersversorgung findet sich in der sogenannten betrieblichen Altersvorsorge. Bei ihr handelt es sich um eine Zusatzleistung des jeweiligen Arbeitgebers auf freiwilliger Basis, die vor allen Dingen bei Großunternehmen zu finden ist. So lukrativ Betriebsrenten seinerzeit gewesen sind, so sehr finden sie sich auf einem absteigenden Ast wieder, um über den Wegfall die recht hoch angesiedelten Lohnnebenkosten schlank zu halten.
Wer zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages in den Genuss einer Betriebsrente gekommen ist, verliert diesen Anspruch auch nicht nach dem Wegfall oder der Streichung dieser Zusatzversorgung. Verträge zur Betriebsrente sind auf Dauer bindend. Streichungen von Betriebsrenten betreffen grundsätzlich nur Neueinsteiger ins jeweilige Unternehmen.

Für die Betriebsrenten, so sie gewährt und tarifvertraglich vereinbart sind, gilt das Betriebsrentengesetz. Dafür sind diverse Rahmenbedingungen vom Unternehmen zu erfüllen: die Ansprüchen der Versicherten müssen als unverfallbar gesichert sein, alle zu zahlenden Bezüge unterliegen einer Anpassungsplicht, das Unternehmen hat eine Insolvenzsicherung vorzunehmen, welche die Ansprüche der Belegschaft auch über eine eventuelle Insolvenz hinaus sicher stellen und es muss die Möglichkeit der einmaligen Abfindung geschaffen sein.

Private Altersvorsorge

Wenn Verbraucher einen Blick auf ihre alljährliche Rentenauskunft werfen, müssen sie kein Prophet sein um festzustellen, dass die zu erwartende gesetzliche Rente keinesfalls ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter aufrecht erhalten zu können. Selbst wer noch auf eine betriebliche Alterversorgung hoffen kann, wird kaum an sein aktuelles Einkommen herankommen. Wer dann nicht beizeiten vorsorgt, dem droht die immer wieder beschriebene Altersarmut.

Lebens- und Rentenversicherungen auf Kapitalbasis

Dabei sind die Möglichkeiten, sich eine private Altersvorsorge aufzubauen, so vielfältig wie selten. Immer noch hoch im Kurs stehen dabei die kapitalgedeckten Lebens- oder Rentenversicherungen. Um einen höheren Ertrag zu erhalten, bieten die Versicherungen ihren Kunden diese Versicherungen mittlerweile auch in Form von Investmentfonds an, wobei im Vorfeld sichergestellt werden muss, dass zumindest die eingezahlten Beiträge garantiert zu Auszahlung gelangen, da Investmentfonds bekanntermaßen finanzmarktabhängig sind. Der Vorteil gerade einer Lebensversicherung ist zudem die Absicherung für den Todesfall. Sollte der Versicherungsnehmer vor Ablauf seiner Versicherung versterben, erhalten die Hinterbliebenen bzw. die Bezugsberechtigten die Versicherungssumme ausgezahlt; bei einer Kapitalrentenversicherung sind es dann immerhin noch die eingezahlten Beiträge nebst Zinsen und Überschussbeteiligung.

Staatliche Zulagen sichern durch Riester-Rente

Dass insoweit private Vorsorge fürs Alter notwendiger denn je ist, zeigt auch das Bestreben der Bundesregierung, die mit Einführung der staatlichen Zulagenrente, der so genannten Riester-Rente, Verbrauchern einen Anreiz gibt, selbst initiativ zu werden und privat vorzusorgen. Und die Riester-Rente ist in der Tat gerade für Menschen mit einem eher geringen Verdienst interessant. Da die maximale Einzahlungssumme auf 4 % des Jahresbruttoeinkommens bzw. maximal 2.100,00 € pro Jahr begrenzt ist und sowohl die Zulagen für den Antragsteller selbst wie seine Kinder angerechnet werden, müssen die Versicherten im besten Fall nicht einmal 100,00 € im Monat selbst aufbringen, um in den Genuss der vollen staatlichen Zulage für die Riester-Rente zu kommen.

Immobilien bilden eine sichere private Vorsorge

Den Fehler, den die Regierung bei der Riester-Rente gemacht hat, hat sie dann inzwischen auch selbst korrigiert. Denn seit dem Jahr 2008 können die staatlichen Zulagen auch für den Erwerb von Wohneigentum genutzt werden. So bilden Immobilien neben den Kapitalverträgen eine sichere Vorsorge fürs Alter. Gerade wer in jungen Jahren eine Immobilie erwirbt, kann sicher sein, dass die Kredite dann getilgt und die Immobilie insoweit schuldenfrei ist. Außerdem sind Immobilien wertbeständig. Angesichts der aktuell günstigen Zinsen für Immobilienkredite und der relativ stabilen Preise für Immobilien verzeichnen Banken eine rege Nachfrage nach Immobilienkrediten. Zumal für Erwerber eine ganze Reihe von Förderdarlehen zur Verfügung stehen, die eine günstige Finanzierung einer Immobilie möglich machen. Als Beispiel seien hier die Darlehen der Landesbanken speziell für Familien genannt oder die Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Selbstnutzer und Erwerber, die ihre Immobilie nach energetischen Richtlinien bauen bzw. sanieren wollen.

Angesichts dieser vielfältigen Möglichkeiten sollte jeder Verbraucher sich dementsprechend in der Lage sehen, einen privaten Grundstock als Ergänzung zu seiner späteren gesetzlichen Rente anzulegen. Dank der Riester-Rente ist dies auch Verbrauchern mit einem geringen Einkommen möglich. Denn nichts ist schlimmer, als im Alter auf Sozialleistungen angewiesen zu sein, wo der dritte Lebensabschnitt doch eigentlich unbeschwert genossen werden sollte.

Berufsunfähigkeitsrente

Die Gesundheit eines Menschen ist mit Abstand sein höchstes Gut. Die Gesundheit ist es, von der abhängt, ob man überhaupt in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder nicht. Wer eine Familie versorgen muss, wer ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat und abbezahlt oder wer einfach nur wissen möchte, dass er gut abgesichert ist, sollte sich daher auf jeden Fall intensive Gedanken über seine Absicherung in diesem Bereich machen. Was passiert, wenn ich morgen nicht mehr arbeiten kann? Wer zahlt mein Einkommen? Wer zahlt meine Miete, den Abtrag für mein Haus und wer bezahlt das Studium meiner Kinder? Fragen über Fragen, die einer gründlichen Antwort bedürfen.

Sehr viele Menschen glauben nach wie vor, dass sie über die staatliche Berufsunfähigkeitsrente ausreichend abgesichert sind und vom Staat eine Leistung erhalten, wenn sie ab morgen nicht mehr in der Lage sind, einen Beruf auszuüben. Dies ist aber leider heute nicht mehr der Fall. Zwar stimmt es, dass es nach wie vor eine staatliche Absicherung in diesem Bereich gibt, diese hat jedoch einige zwei gravierende Haken:

1. Die staatliche Berufsunfähigkeitsrente wurde für alle nach 1965 geborenen Menschen abgeschafft und durch eine so genannte Erwerbsminderungsrente ersetzt. Diese Erwerbsminderungsrente wird, wie der Name schon sagt, nicht mehr am Beruf der betroffenen Person festgemacht, sondern an dessen Fähigkeit, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Wer demnach mehr als 6 Stunden am Tag irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann, bekommt überhaupt keine Leistung. Wer mehr als 3, aber weniger als 6 Stunden arbeiten kann, bekommt die halbe Erwerbsminderungsrente und nur wer weniger als drei Stunden am Tag in der Lage ist, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen, bekommt die volle Rente.

2. Die Höhe der staatlichen Erwerbsminderungsrente ist für die meisten Menschen in keinster Weise ausreichend, um auch nur einigermaßen davon leben zu können. Üblich sind zwischen 35-38% des letzten Bruttoeinkommens. Da bei einemdurchschnittlichen Einkommen dieser Satz leicht unter das Niveau der Grundsicherung absinkt, bedeutet dies faktisch, dass viele Betroffene über kurz oder lang Hartz IV beziehen.

 

Wie kann man dieses Problem lösen?

Nun, die einzige Vorgehensweise, um sich auch in der heutigen Zeit noch einen ausreichenden Schutz bei Berufsunfähigkeit aufrechtzuerhalten, ist die, eine private Berufsunfähigkeitsrente abzuschließen. Für einen geringen Monatsbeitrag kann man einen solchen Vertrag bei so gut wie allen deutschen Versicherern bekommen.

Die Höhe einer evtl. Zusatzrente sollte man dabei stets so bemessen, dass man im Fall der Fälle sein volles Nettoeinkommen weiterbekommt. Nur wer sein volles Einkommen absichert, kann im Fall der Fälle gewiss sein, dass er allen seinen Zahlungsverpflichtungen auch weiterhin pünktlich nachkommen kann.

Der Preis einer Berufsunfähigkeitsversicherung richtet sich stets nach dem Eintrittsalter und dem Beruf der zu versichernden Person. Je älter eine Person dabei ist, bzw. je gefährlicher der versicherte Beruf ist, desto höher ist auch der Preis, der für die Absicherung einer Berufsunfähigkeitsrente bezahlt werden muss.

Um den günstigsten Preis für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, sollte man auf jeden Fall im Vorwege einen genauen Online Versicherungsvergleich durchführen. In einem solchen Vergleich sind diverse Angebote der großen Versicherer hinterlegt und werden ach Knopfdruck in wenigen Sekunden nach passenden Angeboten durchforstet. Es war noch nie so einfach, viel Geld zu sparen.

Erwerbsunfähigkeitsrente

Vor etwaigen Schicksalsschlägen ist leider niemand gefeit und so kann es im Leben eines Menschen durchaus passieren, dass seine Gesundheit einen unwiederbringlichen Schaden erleidet und er seine Arbeitskraft verliert.

Was aber passiert in einem solchen Fall mit seinen Einnahmen? Gibt es für diesen Fall eine Leistung vom Staat? Oder ist es inzwischen gar so weit, dass man nur dann eine Leistung für den Fall einer Berufsunfähigkeit erwarten kann, wenn man einen privaten Versicherungsvertrag abschließt?

Nun, zunächst einmal sollte man wissen, dass es heute in der Tat keine staatliche Berufsunfähigkeitsrente mehr gibt. Zwar gibt es diese Sozialversicherung dem Namen nach schon noch, faktisch greift sie aber nur bei all denjenigen, die vor 1965 geboren sind. Wer nach 1965 geboren ist, ist schon von der Abschaffung der staatlichen Berufsunfähigkeitsrente betroffen.
Um Geld zu sparen hat der Gesetzgeber die staatliche Berufsunfähigkeitsrente vor einigen Jahren abgeschafft und durch die so genannte Erwerbsminderungsrente ersetzt. Wie man sich vieleicht denken kann, änderte sich bei diesem Prozess jedoch weit mehr als nur der Name der Absicherung…

Während die staatliche Berufsunfähigkeitsabsicherung stets an dem Beruf der versicherten Person festgemacht wurde, wird die staatliche Erwerbsminderungsrente an der Fähigkeit zur Teilnahme am allgemeinen Arbeitsmarkt festgemacht. Hier ergeben sich also deutliche Unterschiede: Während ein Dachdecker z.B. in früheren Tagen bereits dann eine Leistung erwarten konnte, wenn er nicht mehr auf dem Dach stehen konnte, so würde ihm heute angeraten, doch einen Job in einem Büro oder dergleichen auszuüben. Hierbei ist es sogar egal, ob solch ein Job gerade in der Nähe des Wohnortes der jeweiligen Person verfügbar ist, oder nicht.

Die staatliche Erwerbsminderungsrente wird dabei in zwei Stufen ausgezahlt:

Die halbe Erwerbsminderungsrente kann derjenige bekommen, der weniger als 6, aber mehr als 3 Stunden am Tag in der Lage ist, irgendeiner Beschäftigung nachzukommen. Hierbei ist es, wie gesagt, unerheblich, um welche Beschäftigung es sich dabei handelt.

Die volle Erwerbsminderungsrente kann nur derjenige bekommen, der weniger als 3 Stunden dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Dies sind faktisch weit mehr Personen als bei der halben Erwerbsminderungsrente.

Nicht nur der Name und die Leistungsvoraussetzungen haben sich jedoch sehr zum Nachteil der Arbeitnehmer verändert, auch die Höhe der Erwerbsminderungsrente kommt bei weitem nicht an die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente heran. Wer die volle Erwerbsminderungsrente bekommt, der erhält in der Regel ca. 36% seines letzten Bruttoeinkommens. Bei einem mittleren Einkommen von 2500 Euro sind dies also gerade einmal 925 Euro. Dies ist nahe an dem Hartz IV Regelsatz. Nicht selten werden Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente erhalten, daher zu Hartz-IV-Aufstockern.

Wie kann man sich schützen?

Nun, der einzige Weg, eine ausreichende Versorgung im Falle einer Erwerbsunfähigkeit sicherzustellen, ist der, eine private Berufsunfähigkeitsrente abzuschließen. Nur mit einem solchen Vertrag kann man gefährliche Versorgungslücken schließen.
Der Preis einer solchen Absicherung richtet sich dabei stets nach dem Alter und dem Beruf der zu versichernden Person, in vielen Fällen lassen sich jedoch Preise finden, die weit günstiger sind, als man zunächst denken würde. Wer Interesse an einer solchen Versicherung hat, sollte daher ruhig man einen Berufsunfähigkeitsversicherungen Tarifcheck nutzen und sich informieren, was eine solche Versicherung in seinem konkreten Fall kosten würde.

Welche Grundvoraussetzungen muss man für den Bezug seiner Altersrente erfüllen?

Nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches gibt es drei Voraussetzungen, die ein Antragsteller zur Altersrente grundsätzlich erfüllen muss.
Die persönlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein – das bedeutet, ein gewisses Lebensalter muss vom Antragssteller erreicht sein.
Die versicherungsrechtlichen Grundvoraussetzungen für den Rentenerhalt müssen erfüllt worden sein – das bedeutet, in einem bestimmten Zeitfenster müssen vom Antragssteller vorgegebene Pflichtbeiträge geleistet worden sein.
Die Wartezeit muss erfüllt sein – eine genaue Erläuterung der Wartezeit folgt zu einem späteren Zeitpunkt des Artikels.
Auf eine reguläre Altersrente hat generell der Personenkreis einen Anspruch, der sein 63. Lebensjahr vollendet und die erforderliche Wartezeit von 35 Jahren erfüllen kann.
Wer seine Rente tatsächlich als sogenannte Vollrente erhalten möchte, für den ist es nach SGB zwingend notwendig, dass der Rentenbezieher seine Beschäftigung oder aber seine selbstständige Tätigkeit völlig aufgegeben hat oder er in der Zukunft nicht mehr als 400.00 EUR zu seiner Rente hinzu verdienen wird.
Ist der Ehegatte des Rentenbeziehers selbstständig tätig, ist auf jeden Fall der unbedingte Nachweis zu erbringen, dass in diesem Fall für den Rentenbezug keine Innengesellschaft (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) existiert.

Im Verlauf des bereits erklärten Altersgrenzenanpassungsgesetzes wird die obere Altersgrenze Zug um Zug von bisher 65 auf 67 Jahre angepasst. Man beginnt mit dieser Anpassung beim Geburtsjahrgang 1949.
Wie es auch bisher geregelt ist, kann die Altersrente auch nach Durchführung der Altersgrenzenanpassung frühestens nach der Vollendung des 63. Lebensjahres vom jeweiligen Antragssteller in Anspruch genommen werden. Der Antragsteller muss in diesem Fall jedoch mit einem Abschlag von 14,4% zu seinem Nachteil kalkulieren.
Auch für die schrittweise Anhebung der Altersgrenzen beim Bezug der Vollrente gilt der bereits bekannte Vertrauensschutz. Für die baldigen Rentner bedeutet dies, dass jede Veränderungen Zug um Zug zu erfolgen hat, um auf diesem Weg die Nachteile für die kommenden Bezieher einer Altersrente so gering wie vertretbar ist zu halten.

Die Grenze für den abzugsfreien Hinzuverdienst wurde vom Gesetzgeber mit Wirkung (also auch rückwirkend) zum 01. Januar 2008 von 355 Euro monatlich auf 400 Euro angehoben. Das bedeutet, ein Rentner, der das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht hat, kann diesen Betrag zu seiner Rente hinzu verdienen. Der gleiche Eckwert greift ebenso für die sogenannte Berufsunfähigkeitsrente, die zu einem späteren Zeitpunkt erläutert wird.

Wie berechnet man seine Rente

Die monatliche Bruttorente errechnet sich wie folgt: Entgeltpunkte multipliziert mit dem Zugangsfaktor multipliziert mit dem Rentenfaktor multipliziert mit dem aktuell gültigen Rentenwert.

 

Was sind Entgeltpunkte Elementarer Faktor der Rentenberechnung sind die sogenannten Entgeltpunkte. Entgeltpunkte sind der Indikator für das während der Arbeitszeit erzielte Einkommen des späteren Rentenbeziehers. Jedes Arbeitseinkommen in der Höhe des Durchschnittseinkommens ergibt einen vollen Entgeltpunkt. Für sogenannte beitragsfreie Zeiten erfolgt die Anrechnung von vollen Entgeltpunkten. Sie sind abhängig von der Höhe der in den übrigen Zeiten erwirtschafteten Arbeitseinkommen.

Zugangsfaktor

Entscheidet sich ein Versicherter für den vorzeitigen Gang in die Verrentung, werden seine erarbeiteten Entgeltpunkt nicht voll umfänglich zur Rentenzahlung in Anrechnung gebracht. Bei einem späteren Antritt der Rente verschiebt sich der Zugangsfaktor selbstverständlich nach oben. Diese Berechnung erfolgt über die Multiplikation von den personalisierten und arbeitskommenabhängigen Entgeltpunkten mit dem sogenannten Zugangsfaktor. Der Zugangsfaktor bei einem Renteneintritt zum Regeleintritt liegt bei 1.0. Ein vorzeitiger Renteneintritt ergibt entsprechend < 1.0 und ein verspäteter Renteneintritt den Zugangsfaktor von < 1.0.

Rentenartfaktor

Der Rentenartfaktor bestimmt das Sicherungsziel der Rentenart in Korrelation zu einer Altersrente. Bei 1.0 liegt er für den Fall der Lohnersatzfunktion und bei > 1,0 für Rentenarten mit entsprechender Unterhaltsfunktion.

Aktueller Rentenwert

Eine Festlegung des gültigen Rentenwertes erfolgt grundsätzlich zum 1. Juli jeden Jahres. Der Wert korreliert mit der Gesamtentwicklung der Löhne und Gehälter auf Bruttobasis, den Beitragssätzen zu RV und dem Nachhaltigkeitsfaktor, sprich eventuell vorhandenen demographischen Veränderungen. Ein Anpassung ist nicht nur optional, sondern gängige Praxis.
Die Rentenformel fungiert als Stellschraube und greift für Reformen der gesetzlichen RV.

 

Ein Arbeitnehmer aus Westdeutschland mit dem Geburtsjahr 1946 weist ein rentenversicherungspflichtiges Arbeitseinkommen von 45 Jahren nach. Sein Gehaltslevel erreicht dauerhaft die Höhe vom relevanten Durchschnittentgelts, was für ihn den Erhalt eines jährlichen Entgeltpunktes in voller Höhe bedeutet. Er beabsichtigt eine Verrentung mit 65 und geht somit in die Regelaltersrente.
Dadurch liegt folgende Berechnungsbasis vor: 45 Entgeltpunkte (in der Formel das E) x 1 (Zugangsfaktor) x 1 (Rentenartfaktor) x 27,47 Euro (aktueller Rentenwert 2011/2012) = 1236,15 Euro Bruttorente pro Monat.
Läge dieser Arbeitnehmer bei 2/3 des Durschnittsentgelts, würde sich der Multiplikator vom aktuellen Rentenwert reduzieren. Er läge nicht mehr bei 45, sondern bei 45 x 2/3, was gerundet 30 entspräche. So gelangt man auf einen Bruttobetrag bei der Rentenzahlung von 824,10 Euro.
Noch gravierender sähe eine Minderung bei Erwerbsminderung aus.

Welche Versicherungszeiten greifen als Anrechnung auf die Wartezeit von 45 Jahren

Es finden Kalendermonate Anrechnung auf die benötigte Wartezeit, die mit den notwendigen Pflichtbeiträgen für die versicherte Tätigkeit geleistet wurden sowie eventuell vorhandene Berücksichtigungszeiten. Diese Regelung gilt ebenso für die Zeiten des geleisteten Wehr- und Zivildienstes sowie eines eventuell notwendigen Bezuges von Krankengeldern. Ebenso aus ggf. geleisteten geringfügigen und somit versicherungsfreien Beschäftigungsverhältnissen werden die entsprechenden Wartezeitmonate bei der Berechnung ermittelt.

Pflichtbeitragszeiten, in welchen der Versicherte entweder Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder aber Arbeitslosenhilfe bezogen hat, finden allerdings keine Berücksichtigung.
Ebenfalls berücksichtigungslos bleiben die Kalendermonate aus einem möglichen Versorgungsausgleich oder einem eventuellen Rentensplitting, wie auch die Monate, in denen Beiträge auf freiwilliger Basis geleistet wurden. Berücksichtigungslos bleiben ferner die Schul- und Studienzeiten des Versicherten.

Die unmittelbare Folge dessen ist, dass nur ein sehr überschaubarer Personenkreis Zugang zu dieser Form der Altersrente hat.

Aufstellung der Altersrente

Aufstellung der Altersrente speziell für die langjährig Versicherten – Berechnung erfolgt ohne den Vertrauensschutz
Geburtsjahr / Monat Anhebung um Monate auf Alter (Jahr / Monat)

1949
Januar 1 65 + 1 Monat
Februar 2 65 + 2 M.
März bis Dezember 3 65 + 3 M.
1950 4 65 + 4 M.
1951 5 65 + 5 M.
1952 6 65 + 6 M.
1953 7 65 + 7 M.
1954 8 65 + 8 M.
1955 9 65 + 9 M.
1956 10 65 + 10 M.
1957 11 65 + 11 M.
1958 12 66 + 0 M.
1959 14 66 + 2 M.
1960 16 66 + 4 M.
1961 18 66 + 6 M.
1962 20 66 + 8 M.
1963 22 66 + 10 M.

Aufstellung der Altersrente speziell für die langjährig Versicherten Versicherte – mit Vertrauensschutz
Jeder Versicherte, der
1. nach dem Stichtag des 31. Dezember 1947 geboren worden ist und
2. zusätzlich entweder
a) vor der Datumsgrenze des 01.01.1955 geboren wurde und vor dem 01.01.2007 für sich eine Alters-Teilzeitarbeit vereinbart hat oder
b) als Versicherte Anpassungsgelder als entlassene Gehaltsempfänger der Bergbaubranche beziehen konnte,

errechnet sich die Altersgrenze für eine vorzeitige Renteninanspruchnahme gemäß folgender Eckwerte:

Geburtsjahr / Monat vorzeitige Renteninanspruchnahme ermöglicht ab
1948
Januar – Februar 62 + 11
März – April 62 + 10
Mai – Juni 62 + 9
Juli – August 62 + 8
September – Oktober 62 + 7
November – Dezember 62 + 6
1949
Januar – Februar 62 + 5
März – April 62 + 4
Mai – Juni 62 + 3
Juli – August 62 + 2
September – Oktober 62 + 1
November – Dezember 62 + 0
1950 – 1963 62 + 0

Der Bezug von einer Altersrente für (besonders) langjährig Versicherte

Diese neue Form der Altersrente wurde im Zuge der Durchsetzung des Rentenversicherungs-Altersgrenzenanpassungsgesetzes etabliert. Ein Versichertenanspruch auf diese gesonderte Form Altersrente für die besonders langjährig RV-Versicherten kann nach der Anpassung erstmals mit dem Datum des 01. Januar 2012 entstehen, so denn der Versicherte sein 65. Lebensjahr vollendet, eine erforderlicher Wartezeit von 45 Jahren erfüllt hat und ergänzend
die bisherige Berufsausübung völlig eingestellt wurde oder der Versicherte keinerlei Einkünfte oberhalb der bereits beschriebene Hinzuverdienstmöglichkeiten, welche der Gesetzgeber fixiert hat, mehr verbucht.

Nur wer all die genannten Voraussetzungen vollständig erfüllt, kann diese Form der Rente ohne jeden Abschlag bei seiner Altersrente beziehen.

Altersteilzeit und ihre gesetzlichen Regelungen

Die gesetzlichen Möglichkeiten die Altersteilzeit anzutreten wurden in Deutschland massiv eingeschränkt. Wer als Versicherter trotzdem vorzeitig in Rente gehen möchte, muss wie bereits erwähnt teils gravierende Abschläge in Kauf nehmen. Die Ausnahmen – und darum geht es – bilden teilweise die innerbetriebliche Regelungen zu einer sogenannten Frühverrentung.

Die Altersteilzeit spiegelt einen nahezu gleitenden Übergang von der regulären Erwerbstätigkeit in den Rentenruhestand wieder und das qua Reduzierung der eigenen Arbeitszeit oder aber eine vorzeitige Beendigung seiner Arbeitstätigkeit. Das Unternehmen erhält durch den Staat finanziellen Support, falls eine Stelle durch eine Altersteilzeit für einen jüngeren Ersatzarbeitnehmer vakant wird.
Die sogenannte Vorruhestandsregelungen greift für Beschäftigte ab dem 55. Lebensjahr und konnte bis zum 31. Dezember 2009 in Anspruch genommen werden. Seit dem 01.01.2010 gilt, dass eine Frühverrentung nur dann noch weiter gefördert wird, wurde die Teilzeitarbeit vor dem 01.01.2010 aufgenommen.

Mit dem Gesetzentwurf vom 29.11.2006 und dem Beschluss der Bundesregierung zur Anhebung der Altersgrenzen wurden auch die Regelungen betreffend der Frühverrentung verändert.
Der Vorruhestand ist für ältere Arbeitnehmer eine Möglichkeit, ihre Arbeitszeit im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber zu verringern. Das entsprechend geringere Arbeitsentgelt wird vom Arbeitgeber in bestimmtem Umfang aufgestockt. Altersteilzeit hat den Vorteil, dass sie durch die Bundesagentur für Arbeit finanziell gefördert werden kann.
Grundsätzlich steht die Altersteilzeit für die Reduzierung der eigenen Arbeitszeit um 50 Prozent des bisherigen Arbeitsaufkommens. Diese Reduzierung kann man als Versicherter entweder durch eine Minderung der Tagesarbeitszeit oder durch eine Aufteilung verbleibenden Restarbeitszeit bis zur Rente in die Segmente der Arbeitsphase und der Freistellungsphase erreichen.
Natürlich greifen auch für Regelungen bezüglich der Altersteilzeit straffe Fristen. Vor dem Januar 1955 Gebürtige, die schon vor dem 31. Dezember 2006 vereinbart hatten, bis maximal zum 31.12. 2009 ihre Frühverrentung zu beginnen, haben damit ihre Rentenabschläge verhindern können. Die Jahrgänge, die vor 1947 geboren worden sind, wurden von einer Altersgrenzenanhebung befreit. Doch auch nach dem 31.12.2006 waren Altersteilzeitverträge zwischen Versichertem und Unternehmen möglich, bei denen sich nur der Endzeitpunkt für den Antritt eines nicht mit Abschlägen versehenen Rentenstarts nach hinten verschoben haben.

Wie stellt man einen Antrag auf Rente und ab wann beginnt die Rentenzeit?

Grundsätzlich ist es so geregelt, dass man die Zahlung seiner Altersrente selbst beantragen muss und diese nach Prüfung der Berechtigung gewährt wird. Maßgebend dafür ist das Sozialgesetzbuch (SGB). Seinen Rentenantrag stellt man beim jeweiligen Rentenversicherungsträger, denn nur der ist dafür zuständig.

Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland ist einer der möglichen Regionalträger, bei denen man kostenfreie Auskünfte zu seinen Rentenangelegenheiten erhalten kann – sofern man in den Zuständigkeitsbereich fällt. Der größte regionale Träger ist die Deutsche Rentenversicherung Bund, auf den fast 26 Millionen Versicherte und 8 Millionen Rentner entfallen. Wer sich über seinen Regionalträger unsicher ist, muss sich jedoch keine Sorgen machen, denn der Antrag auf Altersrente wird auch von allen anderen Leistungsträger und sogar von den Gemeinden oder im Ausland von den Konsulaten entgegen genommen und an den zuständigen Träger weitergeleitet.

Es ist elementar wichtig zu bedenken, dass es auch für die Antragsstellung Fristen gibt, die man als Bezugsberechtigter auf keinen Fall versäumen sollte. Man spricht von der sogenannten „Dreimonatsfrist“. Das bedeutet, ab dem Tag der Erfüllung aller Rentenanspruchsvoraussetzungen, muss der Rentenantrag in einem Zeitfenster von drei Monaten gestellt sein, will man ab dem ersten Rententag seine Bezüge erhalten. Verpasst man diese Frist von drei Monaten, läuft der Rentenbezug erst am Monatsersten der Antragsstellung.

Beispielrechnung: Die Voraussetzungen zum Erhalt der Altersrente werden z. B. am 01. September eines Jahres erfüllt. Im September, Oktober und November greift die Dreimonatsfrist. Stellt man den Rentenantrag also bis zum 30. November, so ist sichergestellt, dass man rückwirkend ab dem 01. September seine Rente erhält. Versäumt man diese Frist, ist es im Grunde gleich, ob man seine Rente am 01. oder aber am 31. des Monats Dezember beantragt, denn gelten würde auch bei einem Antrag am 15.12. die Rentengewährung bei Erfüllung der Voraussetzungen ab dem 01. Dezember.
Wichtig ist die Berücksichtigung der Tatsache, dass erst ab der Stellung des Antrags auf Rente das Verwaltungsverfahren mit Prüfung der Ansprüche sowie der Anspruchshöhe in Gang gesetzt wird. Die Rentenzahlung erfolgt nicht – wie teilweise fälschlich angenommen – automatisiert bei Erreichen des Rentenalters. Um ganz sicher zu stellen, dass man keinerlei Einkommensversatz nach dem Übergang von der Erwerbstätigkeit ins Rentnerleben zu verkraften hat, empfiehlt es sich, schon circa vier bis fünf Monate vor dem Erreichen des Eintrittsalters seinen Rentenantrag beim zuständigen Regionalträger einzureichen. Nur so ist einigermaßen gesichert, nicht im Monat nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben mit leeren Händen da zu stehen.

Wie unterscheiden sich die Rürup und die Riester Rente

Die Riester Rente kann anders als die Rürup Rente zum Rentenbeginn einmalig mit bis zu 30 Prozent ausgezahlt werden. In Form einer sogenannten Einmalzahlung erhält der Sparer demnach einen höheren Bargeldbetrag.

 
Wie bereits erläutert, wurde die Riester Rente im Jahr 2002 etabliert. Ein nicht unerheblicher Vorteil bei der privaten Riester Rente sind gewährte Zulagen sowie Steuervorteile in der Ansparphase. Zum Ausgleich dieser nicht unerheblichen Steuervorteile findet jedoch bei Erreichen des Rentenalters eine Vollversteuerung der zusätzlichen Rente statt.

Diese Versteuerung greift allerdings nur in den Fällen, in denen der Sparer auch tatsächliche Steuerersparnisse in der Ansparphase verzeichnen konnte. Partizipierte er jedoch nur von den staatlichen Zulagen ohne Steuererleichterungen, wird auch nur der sogenannte Ertragsteil und nicht die Gesamtrente versteuert. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass jeder Pflichtversicherte die staatlichen Förderungen nach Riester in Anspruch nehmen kann.

Die Rürup Rente greift für besser verdienende Arbeitnehmer, den Selbständigen und den Personenkreis, der sich mit Hinblick auf die Rentensituation zusatzversichern möchte, aber nicht für die Riester Rente zugangsberechtigt ist. Für Rürup Renten gilt – wie auch für die gesetzlichen Rentenversicherungen – der Vertrag ist nicht veräußerbar, man kann ihn nicht in der Sparphase pfänden, er ist nicht zu übertragen und kann nicht beliehen werden. Somit ist eine Fremdnutzung auch durch Dritte, zum Beispiel Gläubiger, unmöglich.

Wie erfolgt die Zahlung der Altersrente bei schwerbehinderten Menschen

Ein Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen besteht für Versicherte, die ihr 62. Lebensjahr vollendet haben, schon zu Beginn der Altersrente als schwerbehinderter Mensch nach SGB anerkannt sind und eine geforderte Wartezeit von 35 Jahren vorweisen können.

Als schwerbehinderte Menschen nach den Buchstaben des SGB haben Personen zu gelten, die einen Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent nachweisen können. Bei einer lediglichen Gleichstellung zum Schwerbehinderten, besteht entsprechender Anspruch nicht.
Wer seine Rente tatsächlich als sogenannte Vollrente erhalten möchte, für den Antragsteller ist es nach SGB zwingend notwendig, dass der Rentenbezieher seine Beschäftigung oder aber seine selbstständige Tätigkeit völlig aufgegeben hat oder er in der Zukunft nicht mehr als 400.00 EUR zu seiner Rente hinzu verdienen wird.
Ist der Ehegatte des Rentenbeziehers selbstständig tätig, ist auf jeden Fall der unbedingte Nachweis zu erbringen, dass in diesem Fall für den Rentenbezug keine Innengesellschaft (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) existiert.

Im Verlauf des bereits erklärten Altersgrenzenanpassungsgesetzes wird die obere Altersgrenze Zug um Zug von bisher 63 auf 65 Jahre angepasst. Man beginnt mit dieser Anpassung beim Geburtsjahrgang 1947 in Schritten von einem Monat pro Geburtsjahr. Ab dem Geburtsjahr 1959 werden zweimonatige Schritte vorgenommen. Eine vorzeitige Renteninanspruchnahme ist erst ab der Vollendung der 62. Lebensjahres möglich.

Mögliche Hinzuverdienste zur Rente

Grundsätzlich besteht der Anspruch auf eine vorzeitig angetretene Altersrente, welche vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze startet, nur dann, wenn der Versicherte seine vorherige Beschäftigung aufgibt oder nur noch innerhalb der gesetzlichen Grenzen antritt, welche in der Range der Grenzen für den Hinzuverdienst liegen.

Unter dem Hinzuverdienst versteht man ein Arbeitseinkommen, welches aus eine regulären Beschäftigung oder einer Selbstständigkeit neben dem Rentenbezug erzielt werden.
Für diese Grenzen gilt eine individuelle Berechnungsbasis. Diese errechnen sich aus dem Verdienst, welcher in den letzten drei Jahren vor dem Rentenstart generiert werden konnte. Für Personen, die vor 2000 in Rente gegangen sind, gilt das letzte Kalenderjahr. Je höher dieser Eckwert liegt, desto mehr darf hinzu verdient werden. Je niedriger das Einkommen gelegen hat, desto geringer ist der Hinzuverdienst angesiedelt. Personen, die in den letzten drei Kalenderjahren bei unter fünfzig Prozent des Durchschnitteinkommens lagen, greifen die sogenannten Mindesthinzuverdienstgrenzen.
Wir durch den eigenen Hinzuverdienst eine Summe von 400 Euro vom Versicherten nicht überschritten, ist automatisch die Zahlung der sogenannten Vollrente fällig. Wird dieser Eckwert jedoch überschritten, spricht man vom Bezug einer Teilrente. Deren Bezug richtet sich nach der Zuverdiensthöhe und kann als 2/3-, 1/2 – oder 1/3-Rente verlaufen. Sobald der Grenzwert für die 1/3-Rente überschritten wird, droht der komplette Rentenentzug. Eine Maximalüberschreitung per anno darf sich maximal zweimalig auf einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze belaufen, was bedeutet, an zwei Monaten im Jahr darf bis maximal zum doppelten Betrag des Grenzwertes hinzu verdient werden.

Bei einem geringeren Hinzuverdienst greifen die Mindesthinzuverdienstgrenzen, die fünfzig Prozent des Durchschnittsverdienstes in den letzten drei Jahren vor dem Start der Rentenzahlungen entsprechen.

Folgende Mindest-Hinzuverdienstgrenzen greifen für das Jahr 2012 bei Berufsunfähigkeitsrenten:

Bei der Berufsunfähigkeitsrente:

in voller Höhe darf man 748,13 Euro (West) oder 663,70 Euro (Ost) maximal hinzu verdienen in Höhe von 2/3 der Vollrente darf man als Rentenbezieher maximal 997,50 Euro (West) oder 884,93 Euro (Ost) hinzu verdienen in Höhe von 1/3 der Vollrente darf man als Versicherter maximal 1.233,75 Euro (West) und alternativ 1.094,52 Euro (Ost) hinzu verdienen.
Es greift, dass zweimalig im Jahr der Bezug verdoppelt werden darf, ohne das die Rentenleistung angetastet wird.

 

Hinzuverdienstgrenzen bezogen auf das Kalenderjahr 2012

Wie zuvor erläutert, muss der Versicherte, der eine Rente auf der Basis seiner Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit erhält, notwendige Hinzuverdienstgrenzen zwingend beachten, will er den Rentenanspruch nicht leichtfertig gefährden. Bei entsprechenden Überschreitungen der gesetzlich fixierten Grenzen drohen Leistungskürzungen oder im Zweifelsfall sogar der vollständige Wegfall des Bezuges der entsprechenden Rente.

Aus diesen Gründen wurden für Bezieher dieser Renten basierend auf Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit eigenständige Hinzuverdienstgrenzen spezifiziert. Für die im Folgenden aufgeführten Grenzbeträge gilt, dass der Bezug auf das Jahr 2012 – nicht 2011! – hergestellt sein muss und die Rentenzahlung spätestens mit dem Datum des 31. Dezember 2000 startete. Nur dann gelten nachstehende Hinzuverdienstgrenzen.

 

Erwerbsunfähigkeitsrente

Die Grenze bei Hinzuverdiensten beläuft sich für alle Bezieher der Erwerbsunfähigkeitsrente auf einen Betrag von monatlich 400 Euro. Man hat diese Grenze sehr bewusst gewählt, denn mit der Grenzwerteinführung im Jahre 2008 wurde der Level dem der sogenannten „geringfügigen Beschäftigung“ (auch als Minijob bezeichnet) angeglichen und es fand eine Vereinheitlichung statt. Diese Eckwert gilt als Konstante und von daher gab es seit Einführung auch keine Veränderungen nach oben oder nach unten.
Überschreitet ein eigentlich Erwerbsunfähiger und Bezieher der Erwerbsunfähigkeitsrente die spezifizierte Grenze von 400 Euro, erfolgt eine Rentenzahlung nur noch auf der Basis der sogenannten Berufsunfähigkeitsrente. Für dieses Anwendungsbeispiel werden dann auch automatisch die Hinzuverdienstgrenzen der Berufsunfähigkeitsrente übernommen und finden ihre Anwendung auf den Einzelfall.

Ab dem Moment der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit erlischt der Anspruch auf Zahlung einer Erwerbsunfähigkeitsrente komplett.

Berufsunfähigkeitsrente

Die Grenzen für den Hinzuverdienst bei der Berufsunfähigkeitsrente werden grundsätzlich individuell errechnet. Als Berechnungsbasis greifen die Entgeltpunkte vom voran gegangenen Kalenderjahr vor dem Gang in die Berufsunfähigkeit. Nach SGB müssen aber selbst bei tatsächlicher Unterschreitung des Wertes zumindest 0.5 Entgeltpunkte in Anrechnung gebracht werden. Aus diesem Grund existieren auch besagte Mindest-Hinzuverdienstgrenzen für diese spezialisierte Form der Rente. Eine Leistung der Berufsunfähigkeitsrente kann in unterschiedlichen Dimensionen erfolgen. Es gibt die Zahlung in voller Höhe, eine Zahlung von 2/3 oder die Zahlung von 1/3. Durch die Höhe des Hinzuverdienstes – steigend oder fallend – sind für den Bezieher „Umzüge“ in andere Bezahlgrößen möglich.

Jeder Hinzuverdienst beziehungsweise die Veränderung der Eckwerte beim Hinzuverdienst sind vom Rentenbezieher zu melden. Jede Person, die eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit oder Berufsunfähigkeit in Anspruch nimmt, hat dem zuständigen Rentenversicherungsträger diese Änderungen umgehend zu melden. Nur wer gegenüber dem Träger seiner Auskunftspflicht regelmäßig nachgekommen ist, hat ein Anrecht darauf, eventuelle Rückforderungen zu umgehen. Ein schriftlicher Hinweis zu den geforderten Meldepflichten wird seitens der Trägerschaft an den Rentenbescheiden an den Rentenbezieher weiter gegeben. Auch die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit ist dem unverzüglich zu melden, will man Rückforderungen vermeiden.

Renteneinschnitte bei Rentenzahlungen für Langzeitarbeitslose

Im Zuge der Ausgabensenkungen des Staats wurde beschlossen, die Haushaltsausgaben bis zum Jahr 2014 um 80 Milliarden Euro zu senken. Diese gravierenden Maßnahmen werden auch Rentner betreffen und hier vorrangig die Rentner, die nicht über ein eigenes Einkommen zur Rentensicherung beigetragen haben.

 

Bezieher von Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, haben mit entsprechenden Einschnitten zu rechnen. Für Bezieher dieser staatlichen Leistungen sind Einsparungen geplant, welche sich auf die Beiträge beziehen, welche von den jeweiligen Ämtern, hier die ARGE, an die Träger der Rentenversicherungen entrichtet werden. Mit diesen Beiträgen soll sicher gestellt werden, dass über die Beitragszahlungen auch bei Langzeitarbeitslosen später keine gravierenden Leerzeilen in rentenrechtlicher Hinsicht entstehen.

Nach aktuellem Stand und der gesetzlichen Regelungen werden für einen Leistungsempfänger nach ALG II / Hartz IV von der Bundesagentur monatliche Beiträge entrichtet, die auf einer Bemessungsgrundlage von rund 205 Euro angesiedelt sind. Damit wird erreicht, dass sich auch bei Leistungsbezug der monatliche Rentenanspruch um 2 Euro und 10 Cent erhöht, sofern der Leistungsbezug ein volles Kalenderjahr an- oder überdauert – trotz Leistungen nach ALG II wohlgemerkt. Im Zuge der Sparmaßnahmen soll dieser Betrag für Bezieher von ALG II / Hartz IV nicht mehr entrichtet werden, wodurch verschiedene Faktoren greifen. Nicht nur wird der Leistungsbezieher später ein kleinere Rente in Anspruch nehmen können, sondern es entstehen unter Umständen gravierende Fehlzeiten im Versicherungsverlauf, was eventuell in der Folge bedeutet, zwingend notwendige Vorversicherungszeiten werden nicht erreicht. Dadurch kann sich der Wegfall der kompletten Altersrente ergeben und sogar Ansprüche auf Erwerbsminderungsrenten entfallen.

Sozial schwache Rentner werden durch entsprechende Sparmaßnahmen noch weiter in die Altersarmut getrieben, da ihre Rentenansprüche massiv beschnitten würden.

Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente und Ausgleichzahlungen zur Vermeidung

Grundsätzlich besteht immer die Möglichkeit, seine Rente vorzeitig und somit vor Erreichen der Altersrente in Anspruch zu nehmen. Man muss sich nur darüber klar sein, dass die Rentenanstalten für diese Fälle eine Rentenminderung um 0,3 Prozent vorsehen – pro Monat, den man vorzeitig die Rente antritt.

Zu berücksichtigen ist ferner, dass sich diese Minderung auch auf den Rentenbezug ab dem Zeitpunkt des regulären Renteneintritts auswirkt. Das heißt, auch nach der Vollendung des 67. Lebensjahres bleibt diese Kürzung bestehen und auch bei eventuell folgenden Hinterbliebenenrenten Bestand.

Vorzeitig in Anspruch genommene Altersrenten bedeuten für den Versicherten eine Rentenminderung. Dieser Betrag kann durch eine Ausgleichszahlung egalisiert werden – wenn es sich für den Versicherten lohnt.

Wer eine Rentenminderung ausgleichen möchte, kann das selbst tun oder es kann zum Beispiel vom Arbeitgeber – im Zuge eines Sozialplanes oder über zu zahlende Abfindungen – entrichtet werden. Auch ein partieller Ausgleich ist dabei möglich. Wer so gelagerte Ausgleichszahlung vornehmen möchte, sollte sich vorab eine Auskunft zu seiner Rente beim Versicherungsträger einholen. Dabei wird gemeinsam eruiert, auf welchen Gesamtbetrag sich der Abschlag bei vorzeitiger Verrentung belaufen würde. Im Zuge dieser Berechnung erhält man auch einen Wert, den man leisten müsste, um diese Abschlagssumme aufzufangen. Für diese Auskunft ist notwendig, dem Träger den Zeitpunkt des Renteneintritts zu benennen. Eine Berechnung der Rentenminderung bei vorzeitiger Verrentung ist ab dem 54. Lebensjahr grundsätzlich möglich und die Auskunft bleibt rechtlich nicht bindend. Das bedeutet, ob man einen vorzeitigen Rentenantritt für sich in Anspruch nimmt – mittels gesondertem Antrag – bleibt dem Versicherten überlassen.

Ausgleichszahlungen können bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres vorgenommen werden. Selbst wenn man bereits eine um den Abschlag reduzierte Rente bezieht, sind die Ausgleichszahlungen möglich. Sie greifen ab dem Monat nach der Beitragsleistung umgehend auf die kommende Rente – in Form einer Erhöhung – aus.

Berechnungsbeispiel anhand von Entgeltpunkten

Mit der Ausgleichszahlung kauft der Versicherte Entgeltpunkte zurück. Ein Arbeitnehmer, der im Jahr 2012 einen Entgeltpunkt erreichen möchte, muss einen Durchschnittsverdient (vorläufig) von 32.446 Euro erzielen. Nimmt man einen kalkulatorischen Maximalabschlag von 11 Prozent hinzu, muss der Verdienst bei 36.456 Euro liegen – 32.446/(1-0,11) = 36.456. Hiervon wären 19,6 % Beitrag zur Rentenversicherung zu leisten, was 7.145 Euro entspricht. Mit diesem Betrag wäre ein Entgeltpunkt ausgleichbar.

Welche Form der Rentenminderung greift bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme seiner Rente

Die gesetzliche Vorgabe lautet und das ist das Ziel der gesetzlichen Regelung, dass Altersrente erst nach einer Vollendung des 65. (heraufgesetzt ab dem 67.) Lebensjahres greift und somit der reguläre Beginn der Rente abzuwarten ist.
Trotzdem besteht auch weiterhin die Möglichkeit für Versicherte, ihren Rentenbezug vorher in Angriff zu nehmen. Für diesen Fall sieht jedoch der Gesetzgeber die Möglichkeit vor, die Rente bei vorfristiger Inanspruchnahme zu mindern – hier kommt eine Rentenminderung von monatlich 0,3 Prozent zum Tragen. Diese Minderung des Rentenbezugs hat Auswirkungen auf die gesamten zukünftigen Rentenbezüge der versicherten Person. Die direkte Folge der vorzeitigen Inanspruchnahme ist, dass der Rentenbezug auch nach der Vollendung vom 67. Lebensjahr und auch bei eventuell nachfolgenden Rentenansprüchen für Hinterbliebene gekürzt bleibt.

Ein regulärer Beginn der Rente ist für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach einer vereinbarten Altersteilzeitarbeit, für langjährig Versicherte und auch für Frauen der Folgemonat nach der Vollendung vom 67. Lebensjahr,
die Altersrente für Schwerbehinderte der Folgemonat nach der Vollendung vom 63. Lebensjahr.
Ein vorzeitiger Renteneintritt greift beider Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach einer vereinbarten Altersteilzeitarbeit, für langjährig Versicherte und auch für Frauen der Folgemonat nach der Vollendung vom 63. Lebensjahr und bei
der Altersrente für Schwerbehinderte der Folgemonat nach der Vollendung vom 63. Lebensjahr.

Erklärung anhand eines Beispiels: Der Versicherte ist am 05. August 1956 geboren worden und beabsichtigt, mit der Vollendung seines 62. Lebensjahres ab 01. September 2018 seine vorgezogene Altersrente wegen drohender Arbeitslosigkeit zu beantragen. Seine volle Rente würde sich auf 1.200 Euro monatlich belaufen. Ungekürzte Altersrente würde 1.200 EUR betragen. Der Start für den regulären Rentenbezug wäre der 01. Juli 2022 (65. Lebensjahr plus 10 Monate – Geburtsjahr 1956). Seine Rente würde somit also 46 Monate vor dem regulären Stichtag in Anspruch genommen und ist daher um 13,8 % (46 x 0,3 %) reduziert auszahlbar.

Bezug von Altersrente im Fall von Arbeitslosigkeit oder nach der Altersteilzeit

Seine Altersrente im Fall von Arbeitslosigkeit oder nach der Altersteilzeit kann der Versicherte erhalten, der vor dem 01.01.1952 geboren wurde, sein 60. Lebensjahr vollenden konnte, entweder zum Beginn der Rente beschäftigungslos ist und nach der Vollendung seines 58,5. Lebensjahres in total seit 52 Wochen beschäftigungslos war oder der seine reguläre Arbeitszeit basierend auf der Altersteilzeitarbeit für zumindest vollendete 24 Kalendermonate reduziert hat, in den vorangegangenen zehn Jahren zumindest acht Jahrespflichtbeiträge eingezahlt hat und eine Wartezeit von 15 Jahren erfüllen konnte.
Wer seine Rente tatsächlich als sogenannte Vollrente erhalten möchte, für den Antragsteller ist es nach SGB zwingend notwendig, dass der Rentenbezieher seine Beschäftigung oder aber seine selbstständige Tätigkeit völlig aufgegeben hat oder er in der Zukunft nicht mehr als 400.00 EUR zu seiner Rente hinzu verdienen wird.
Ist der Ehegatte des Rentenbeziehers selbstständig tätig, ist auf jeden Fall der unbedingte Nachweis zu erbringen, dass in diesem Fall für den Rentenbezug keine Innengesellschaft (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) existiert.

Eine Anhebung für den Bezug dieser Rente vom 60. Auf das 65. Lebensjahr wurde in einer Zeitspanne vom 01. Januar 1997 bis zum 31. Dezember 2001 vorgenommen. Nach dem 31. November 1941 bis einschließlich 1945 Geborene konnten diese Rente ohne Kürzungen nur noch nach der Vollendung Ihres 65. Lebensjahres erhalten. Eine Inanspruchnahme ab 60 war und weiterhin möglich, jedoch dann nur noch mit Abschlägen, die sich bis auf 18 Prozent der Gesamtrente summieren konnten.
Versicherungsnehmer, welche nach dem 31. Dezember 1945 geboren wurden, wurde die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente Zug um Zug vom 60. auf das 63. Lebensjahr angehoben. Für vor dem 01. Januar 1952 geborene Versicherte, die vor dem 01.01.2004 rechtsverbindlich die Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnis verfügt haben, zum Beispiel über einen Aufhebungsvertrag oder die Altersteilzeit oder die zum besagten Stichtag arbeitslos gewesen sind, waren von der Anpassung der Altersgrenze nicht betroffen.
Für Versicherungsnehmer, die nach dem Stichtag vom 31. Dezember 1951 geboren worden sind, ist diese Rentenform nicht mehr verfügbar, da sie ersatzlos gestrichen wurde.

Altersrente für Frauen

Die Altersrente und die Voraussetzungen zum Rentenzugang für Frauen werden im SGB klar geregelt. Der Anspruch auf diese spezielle Rentenform – Altersrente für Frauen – greift nur noch für Frauen, die vor dem 01. Januar 1952 geboren wurden. Damit wird deutlich, dass diese Sonderform mittelfristig vollkommen entfällt.

Ein Anspruch auf Erteilung dieser Form der speziellen Altersrente für Frauen ergibt sich aus der Erfüllung nachstehender Voraussetzungen:

Die bezugsberechtigte Frau muss vor dem 01. Januar 1952 geboren worden sein und ihr 65. Lebensjahr vollendet haben. Sie muss einen Zeitrahmen von Pflichtbeitragszahlungen von mehr als zehn Jahren nachweisen können. Diese versicherte Beschäftigung muss nach der Vollendung des 40. Lebensjahres nachgewiesen werden. Die Erfüllung einer Wartezeit von 15 Jahren ist Vorschrift. Im Zuge des Rentenantrittes müssen alle Beschäftigungen aus nichtselbstständiger Arbeit oder Selbstständigkeit aufgegeben werden, sofern das Arbeitsentgelt über den Freigrenzen zum Hinzuverdienst liegt. Tätigkeiten bis zur Hinzuverdienstgrenze dürfen selbstverständlich weiterhin betrieben werden.

Vertrauensschutz

Versicherungsnehmer, welche den sogenannten rentennahen Jahrgängen zugehörig sind, haben die Möglichkeit sich auf den Vertrauensschutz hinsichtlich einer Anhebung der Altersgrenzen zu berufen.

Wurde der Versicherte bereits am 1. Januar 2012 als schwerbehinderter Mensch rechtsgültig anerkannt, wurde er vor dem 1. Januar 1955 geboren und hat vor dem 1. Januar 2012 die sogenannte Altersteilzeitarbeit vereinbart, erhält auch dieser Versicherte seine Rente mit 63 Jahren ohne weitere Abschläge. Ein identischer Anspruch gilt ebenso für Personen, welche vor dem 1. Januar 1951 geboren wurden und zum Start der Altersrente berufs- oder erwerbsunfähig nach seit dem 31. Dezember 2000 geltenden Recht gewesen sind.
Eine reguläre Altersrente für schwerbehinderte Personen kann von Versicherten auch zukünftig ohne jeden Abschlag zum 60. Geburtstag beantragt werden, so sie bis zum Stichtag des 16.11.1952 geboren wurden und schon am 16.11.2000 schwerbehindert, berufsunfähig und/oder voll erwerbsunfähig nach geltenden Recht (31. Dezember 2000) gewesen sind.
Doch selbst Versicherte, die oben genannte Kriterien nicht vorweisen können, erhalten die Möglichkeit der Beantragung ihrer Altersrente ab der Vollendung ihres 60. Lebensjahres, sofern sie bereit sind, für den vorgezogenen Rentenbezug Abzüge bis zu 10,8 Prozent hinzunehmen.

Voraussetzungen für die Feststellung der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit

Bis zu Stichtag vom 31. Dezember 2000 konnten Versicherte diese Form der Verrentung auch dann in Anspruch nehmen, wenn sie statt einer Schwerbehinderung eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit nach SGB vorgelegen hat. Im Zuge der weiter gefassten Bestandsschutzregelung greift dieses Recht für die Versicherten auch in der Zukunft, wenn sie vor dem 1.1.1951 geboren worden sind. Eine grundsätzliche und gültige Beurteilung, ob es sich um eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit handelt, wird nach dem seit dem 31.12.2000 geltenden Recht und einer bereits ergangenen Rechtsprechung vorgenommen.

Daraus folgend liegt dann eine Berufsunfähigkeit zu Grunde, so die unbedingte Leistungsfähigkeit des aktuell Versicherten basierend auf gesundheitlichen Gründen mit weniger als der Hälfte einer regulären Leistungsfähigkeit der körperlich, geistig und seelisch unversehrten Versicherungsnehmer mit artgleicher Ausbildung, identischen Kenntnissen und gleichen Fähigkeiten herab gemindert werden muss, eine Erwerbsunfähigkeit zu Grunde, sollte in der direkten Folge einer Krankheit oder anders gelagerter Gebrechen oder basierend auf der Schwächung der körperlichen und/oder geistigen Kräfte des Versicherten eine dauerhafte und auch regelmäßige Erwerbstätigkeit unausübbar sein oder mit dieser Erwerbstätigkeit basierend auf den Einschränkungen nur noch ein geringes Einkommen aus der Arbeit erzielbar sein.
Die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit liegt nach dem vom 31.12.2000 geltenden Recht auch dann vor, ist das Leistungsvermögen des Versicherungsnehmers basierend auf gesundheitlichen Gründen eingeschränkt, es jedoch über die gesetzlich fixierten Grenzen hinaus geht und es trotzdem keinerlei Chance gibt, dass der Versicherte mit dem bestehenden restlichen Leistungsvermögen auf dem Arbeitsmarkt – inklusive Teilzeit – einen angepassten Arbeitsplatz finden kann.

Rentenlexikon

Aktueller Rentenwert


Der der sogenannte „Aktuelle Rentenwert“ ist der Eckwert, welcher die Altersrente basierend auf demDurchschnittsverdienerhaushalt auswirft. Dieser Wert ist nach West und Ost ausgerichtet. Für das Jahr 2011 lag der Westwert bei 27,47 Euro, der Ostwert bei 24,37 Euro. Der „Aktuelle Rentenwert“ ist ein wichtiger Bestandteil der Rentenformel.

Altersgrenze


Einen Anspruch auf eine Altersrente hat nur der Personenkreis, der neben der Wartezeiterfüllung eine gewisseAltersgrenze erreichen kann. Das Altergrenzenanpassungsgesetz sorgt ab 2012 für eine Anhebung der Altersgrenzen fürs Rentenalter.

– Altersgrenze für die Regelaltersrente
Dieser Anspruch besteht dann, wenn man als Arbeitnehmer die Regelaltersgrenze erreichen konnte und eine Wartezeit von 5 Jahren vorliegt. Für Versicherte, welche vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, ist dieRegelaltersgrenze auf 65 Jahre festgelegt. Danach findet eine schrittweise Anhebung statt. Ab demGeburtsjahrgang 1964 greift die Grenze für die Regelaltersrente von 67 Jahren. Die Erhöhungsschritte belaufen sich zuerst auf einen Monat pro Geburtsjahr und steigen danach auf 2 Monate je Geburtsjahr an.

– Altersrente für besonders langjährig Versicherte
Für die besonders langjährig Versicherten, welche zumindest 45 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung, eine selbstständige Tätigkeit und/oder mit Zeiten für Kindererziehung von Kindern bis zu deren 10. Lebensjahr ansammeln konnten, haben weiterhin mit der Vollendung des 65. Lebensjahres abschlagsfreiihre Altersrente in Anspruch nehmen.

– Altersrente für langjährig Versicherte
Einen Anspruch auf Altersrente für langjährig Versicherte kann man dann geltend machen, ist eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllt worden und dann frühestens mit dem 63. Lebensjahr. Auch diese Altersgrenze wird hinsichtlich des abzugsfreien Erhalts Zug um Zug erhöht, um eine Anpassung auf das 65. Lebensjahr zu erzielen. Die Abschläge auf diese Rente erhöhen sich danach von aktuell maximal 7,2 Prozent um 0,3 Prozent mit jedem Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme.

– Altersrente für schwerbehinderte Menschen
Ein Anspruch auf Altersrente für schwerbehinderte Menschen existiert für die Versicherten, welche zum Beginn der Rentenzahlungen als schwerbehinderte Menschen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent eingestuft sind und eine vorgeschriebene Wartezeit von 35 Jahren erfüllen können. Die bis jetzt gültigeAltersgrenze vom 60. Lebensjahren für einen vorzeitigen Bezug und dem 63. Lebensjahr für einen regulärenRentenbezug wird schrittweise auf 62 oder 65 Jahre angehoben. Die Jahrgänge ab 1952 werden hiervon tangiert.

– Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit
Diese Form der Altersrente erhalten die Versicherten, die vor 1952 geboren worden sind, wenn sie das 63. Lebensjahr vollendet haben, sie eine Mindestwartezeit 15 Jahren erfüllen können und die zu Rentenbeginnbeschäftigungslos sind sowie nach der Vollendung des Alters von 58 Jahren und 6 Monaten in total 52 Wochen beschäftigungslos waren oder zumindest 24 Kalendermonate Altersteilzeitarbeit nachweisen können. In Addition dazu muss der Versicherte in den letzten 10 Jahren vor Rentenbeginn zumindest für 8 Jahre Pflichtbeiträgegeleistet haben und das für eine versicherte Tätigkeit. Für Versicherungsnehmer, die nach 1951 geboren wurden, entfällt diese Rentenform.

– Altersrente für Frauen
Frauen haben einen Anspruch auf ihre Altersrente – sofern sie vor dem 1. Januar 1952 geborene wurden – ab dem 60. Lebensjahr. Sie müssen eine Wartezeit von 15 Jahren erfüllen können und nach Vollendung ihres 40.Lebensjahres mehr als 10 Jahre Pflichtbeträge nachweisen können. Auch hier gilt, dass diese Rente für Versicherungsnehmer, die nach 1951 geboren wurden, diese Form der Altersrente ersatzlos entfällt.

Anrechnungszeiten


Als Anrechnungszeiten werden die Zeiten bezeichnet, in welchen der Versicherungsnehmer aus nicht in seinen Händen liegenden Gründen an der Beitragszahlung zur Rentenversicherung gehindert worden ist. In diesen Bereich fallen zum Beispiel Zeiten der Arbeitslosigkeit, Mutterschutzfristen, Arbeitsunfähigkeit und den Zeiten für eine schulische Ausbildung. Diese sogenannten Anrechnungszeiten sind dann von Wichtigkeit, wenn es darum geht, die Voraussetzungen für die Erfüllung der Renten zu erfüllen und sie werden zur Rentenberechnungbenötigt.

Arbeitseinkommen


Die Grundlage für die Berechnung der Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung basiert auf demArbeitseinkommen, sofern es sich dabei um versicherungspflichtige Selbstständige handelt. Über die allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften (Einkommenssteuerrecht) wird hierüber der Gewinn auf der selbstständigen Tätigkeit errechnet.

Arbeitsentgelt


Das Arbeitsentgelt ist das Pendant zum Arbeitseinkommen und greift für Arbeitnehmer. Dieses beitragspflichtige Arbeitsentgelt ist bildet die Grundlage für eine Berechnung der Rentenversicherungsbeiträgeder Versicherten. Zum Arbeitsentgelt werden alle Gelder gezählt, die mit einer nichtselbstständigen Tätigkeit erzielt werden. Geldwerte Vorteile in Form von Sachbezügen werden rententechnisch addiert und auf das Arbeitsentgelt aufgeschlagen.

Arbeitslosigkeit


Als arbeitslos gilt der Personenkreis, der beschäftigungslos ist, aber auf der Suche ist und der Agentur für Arbeit gemeldet ist. Der Bezug von Arbeitslosengeld fällt unter die Rentenversicherungspflicht und der Anteil wird von der Bundesagentur getragen.

Beiträge


Die zu zahlende Beitragshöhe zur Rentenversicherung errechnet sich bei Pflichtversicherten, die einernichtselbstständigen Tätigkeit nachgehen, aus ihrem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt und dem geltendenBeitragssatz.

Beitragsbemessungsgrenze


Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze ist der Betrag, der eine Grenze dahingehend bildet, bis zu welchem Betrag ein Arbeitsentgelt oder ein Arbeitseinkommen versichert werden kann. Der Teil des Geldes, der über dieser Grenze liegt, wird beitragsfrei gestellt. Für die Beiträge unter der Grenze besteht normaleVersicherungspflicht. Die Beitragsbemessungsgrenze West liegt für den Westen im Jahr 2012 bei 5600 Euro und im Osten bei 4800 Euro.

Beitragsbemessungsgrundlage


Als Beitragsbemessungsgrundlage wird das Arbeitsentgelt oder das Arbeitseinkommen bezeichnet, aus welchemqua Multiplikation mit dem jeweils geltenden Beitragssatz der Betrag errechnet wird, den Versicherte zu zahlen haben. Es ist das beitragspflichtige Bruttoentgelt. Auf dieser Basis wird später die sogenannte Altersrente für den Versicherten errechnet.

Beitragsfreie Zeiten


Unter die Kategorie der beitragsfreien Zeiten fallen Ersatzzeiten und Anrechnungszeiten sowieZurechnungszeiten. Diese Zeiten erhalten dann Wichtigkeit, geht es das Erreichen derAnspruchsvoraussetzungen für die Rente und sie fallen bei der Rentenberechnung ins Gewicht.

Beitragsgeminderte Zeiten


Unter den beitragsgeminderten Zeiten sind die Monate zu verstehen, in denen sowohl Beitragszeiten angefallen sind, als auch beitragsfreie Zeiten. Zu solchen Überschneidungen kann die Schulausbildung führen oder eine mögliche Arbeitslosigkeit. Durch diese Faktoren werden anerkannte beitragsfreie Zeiten erreicht, da die Erwerbstätigkeit eingeschränkt wird. Auch in beitragsgeminderte Zeiten errechnen sich Rentenanwartschaften, die aus gezahlten Beiträgen ermittelt werden. Die RV prüft zudem, ob Entgeltpunkte zu bezuschlagen sind, um den Zeitspannen den Wert zu erteilen, den sie als beitragsfreie Zeiten erhalten würden. Was die Wartezeit angeht zählen beitragsgeminderte Zeiten als reguläre Beitragszeiten.

Beitragssatz


Mittels des Beitragssatzes, der als Prozentsatz festgeschrieben wird, wird die Beitragshöhe berechnet, die von den Versicherten zu zahlen sind. Eine Anrechnung erfolgt gemäß der Beitragsbemessungsgrundlage und greift bei Pflichtversicherten bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Beitragssatz beläuft sich 01. Januar 2012 auf 19,6Prozent. Nach der derzeit geltenden Rechtslage ist der geltende Beitragssatz in jedem Jahr bereits für dasFolgejahr auf der Basis fest zu setzen, dass kalkuliert zum Ende des Folgejahres die Nachhaltigkeitsrücklage von zumindest 20 Prozent aber maximal 150 Prozent der Monatsausgabe gewährleistet bleibt.

Beitragssatzziel


Das gesetzlich festgeschriebene Beitragssatzziel definiert, dass der Beitragssatz bis zum Jahr 2020 den Wert von 20 Prozent nicht übersteigen darf. Bis zum Jahr 2030 darf der Wert 22 Prozent nicht übersteigen.

Beitragszeiten


Die sogenannten Beitragszeiten sind die Zeiten, für welche Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen sind oder bereits als geleistet akzeptiert werden. In diese Kategorie fallen entstehende oder entstandene Pflichtbeiträge wie ebenfalls freiwillig geleistete Beiträge. Beitragszeiten bilden den Eckpfeiler zurRentenberechnung und sie rententechnisch die wichtigsten Zeiten. Dieser Wert der Beitragszeit wird nach denEntgeltpunkten gerechnet.
Beitragszeiten sind allerdings nicht nur die Zeiten, in welchen die Beiträge an die Träger entrichtet wurden, sondern ebenso die Zeiten, in welchen die Sozialversicherung der früheren DDR oder die reichsdeutscheRentenversicherung gegriffen haben. Zu den sogenannten Pflichtbeitragszeiten werden ebenfalls Zeiten der Kindererziehung, Wehrdienst- und Zivildienstzeiten sowie seit dem Jahr 1992 Zeiten mit Ersatzleistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld und seit 01.01.1995 auch Pflegezeiten gerechnet.

Berufsunfähigkeit


Als berufsunfähig gilt der Personenkreis, der wegen seiner aus Gesundheitsgründen entstehenden Minderung seiner Erwerbsfähigkeit im bisherig ausgeübten Beruf oder einem anderen Beruf, welcher als zumutbar erachtet wird, nicht mehr zumindest 6 Stunden am Tag arbeiten kann. Personen, die vor dem 02.01.1961 geboren wurden haben die Möglichkeit, so sie alle Voraussetzungen erfüllen, ihre Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit geltend machen.

Betriebliche Altersvorsorge


Die sogenannte betriebliche Altersvorsorge beruht auf einer freiwilligen Leistung des Arbeitsgebers vom Versicherten. Hierbei gibt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Zusage zur Altersversorgung. Das ganze Prozedere beruht auf einer Zusatzabsicherung, die auf dem Arbeitsverhältnis basiert. Arbeitsvertraglich können Altersrenten, Invaliditätsrenten oder auch Hinterbliebenenrenten geregelt werden.
Bis zum 01. Januar 2002 war den Unternehmen frei gestellt, wie diese vertraglichen Bedingungen zu regeln seien. Ab dem 1.1.2002 besteht für Arbeitnehmer ein individueller Anspruch auf diese betriebliche Altersvorsorge, so durch Entgeltumwandlung eine Zusage des selbst finanziert wird. Ein Teil des Lohns oder Gehalts kann auf diesem Weg zu Gunsten einer betrieblichen Altersversorgung umgewandelt werden, um später über die Betriebsrente zurück zu fließen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet dem Wunsch des Versicherten nachzukommen. Es existiert darüber hinaus jedoch keine Verpflichtung für den Arbeitgeber, sich finanziell an der Alterssicherung der Beschäftigten zu beteiligen.
Ein solcher Anspruch besteht jedoch aktuell nicht für die Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes. Dort findet eine staatliche Unterstützung durch Steuerersparnisse.

Bezugsgröße


Die Bezugsgröße stellt einen zentralen Wert der Sozialversicherung dar. Aus ihr finden andere Eckwerte, welchesozialversicherungtechnisch bedeutend sind, ihre Ableitungen. Das Durchschnittsentgelt bildet die Berechnungsgrundlage. Die Bezugsgröße beträgt für das Jahr 2012 im Westen 31.500 Euro und liegt somit umgerechnet bei einem monatlichen Wert von 2.625 Euro. Im Osten wird in Anlehnung an das niedrigere Einkommensniveau für das Jahr 2012 ein Betrag von 26.880 Euro festgeschrieben, was pro Monat 2.240 Euro bedeutet.

Durchschnittsentgelt


Das Durchschnittsentgelt ist der Wert, welcher der Einflussfaktor für die Berechnung der Rente ist und somit die Höhe der mitbestimmt. Die Grundlage für die Berechnung der Rentenbezüge bilden die Entgeltpunkte, die für jedes Kalenderjahr greifen. Das Bruttoentgelt des Versicherungsnehmers wird durch das Durchschnittsentgeltaller Versicherten geteilt. Für das jeweils laufende Jahr und das Jahr davor werden vorläufige Schätzwerte ermittelt, da die statistische Datenerfassung erst später im Jahr vorliegt.

Entgeltpunkte


Die Entgeltpunkte sind ein Mitbestandteil der Rentenformel. Die gesamten Rentenanwartschaften eines Versicherten werden über die Entgeltpunkte festgehalten. Für den Beitragspflichtigen wird das jährlich erreichte Entgelt in die Entgeltpunkte umgerechnet, indem man es durch das Durchschnittsentgelt teilt. Erzielt der Versicherte im Jahr exakt so viel Entgelt wie das Durchschnittsentgelt vorgibt, erhält er dafür einen vollen Entgeltpunkt. Einen Entgeltpunkt kleiner als 1.0 erhält der Versicherte, dessen Entgelt unterhalb desDurchschnittsentgelts liegt. Bei einem höheren Entgelt wird der Entgeltpunkt größer 1.0 angerechnet.

Erziehungsrente


Die sogenannte Erziehungsrente ist die Rente, die Hinterbliebene erhalten. Verstirbt der Ehepartner, derunterhaltsverpflichtet ist, erhält der hinterbliebene Ehepartner diese Rente, wenn er basierend auf der Kindererziehung eines oder mehrerer Kinder nicht in der Lage war einen Beruf auszuüben. Die Gewährung derErziehungsrente greift bis zu dem Zeitpunkt, da das Kind das 18. Lebensjahr erreicht.

Ersatzzeiten


Als Ersatzzeiten bezeichnet man die Zeiten nach dem 14. Lebensjahr, in welchem ein Versicherter durch besondere Umstände nicht in der Lage ist Beiträge zu zahlen. Als Ersatzzeiten zählen der Kriegsdienst im zweiten Weltkrieg, Arbeitsdienste, Kriegsgefangenschaften, politische Internierungen, Verschleppung undInternierung zum Beispiel in der ehemaligen UDSSR, Zeiten in der DDR von 1945 bis Juni 1990. Sollte der Versicherte im Zuge dieser Maßnahmen durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit beitragsunfähig gewesen sein, wird auch das angerechnet. Ersatzzeiten sind bis 1991 befristet und zählen für die Wartezeit und dieRentenberechnung.

Erwerbsminderungsrente


Wird bei einem Versicherten die Fähigkeit einer Erwerbstätigkeit nachzugehen vermindert oder fällt sogar ganz weg, werden durch die Erwerbsminderungsrente Ausfälle ausgeglichen. Die Zalung erfolgt maximal bis zum Erreichen des Zeitpunktes für die Regelaltersrente.

Freiwillige Versicherung


Fällt für einen Personenkreis die Versicherungspflicht weg, besteht grundsätzlich die rechtliche Möglichkeit, die Beiträge zur Rentenversicherung auf freiwilliger Basis zu entrichten. Ist man von der Versicherungspflichtbefreit, müssen dazu bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Generationenvertrag


Der Generationenvertrag ist der Vertrag, der das Verhältnis zwischen der Generation der Beitragszahler und derRentengeneration regelt. Es basiert auf dem Grundsatz, dass die Arbeitenden verpflichtet sind, die Rentner zu finanzieren. Dabei muss die arbeitende Generation davon ausgehen können, dass die Nachfolgegeneration ihren Anspruch auf Rentenleistung erwirtschaftet. Das bezeichnet man als den sogenannten Generationenvertrag. Dieses gesellschaftliche Agreement fußt nicht auf schriftlich fixierten Papieren oder ratifizierten Gesetzen, sondern ist ein stillschweigender Vertrag auf Gewohnheitsrecht basierend.

Geringfügige Beschäftigung


Ist man als Arbeitnehmer auf der Basis eines monatlichen Entgelts von 400 Euro oder weniger tätig, nennt man dieses Betätigungsfeld geringfügige Beschäftigung. Die Zahlungsbasis muss regelmäßig erfolgen und darf im Jahresschnitt die Marke von 400 Euro monatlich nicht überschreiten. Durch die Aufnahme dieses Beschäftigungsverhältnisses entfällt die Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung. Nur der Arbeitgeber entrichtet einen minimalen Pauschalbetrag, der zur Rentenversicherung gezahlt wird. Er beläuft sich auf 15 Prozent vom Bruttogehalt.
Es kann ein Verzicht auf Beitragsfreiheit durchgeführt werden. Für den Fall wird der volle Beitragssatz, aktuell 19,6 Prozent, gezahlt. Der Arbeitnehmer übernimmt davon die Differenz zwischen 15 und 19,6 Prozent, also 4,6Prozent, da der Arbeitgeber bereits verpflichtet ist, 15 Prozent zu tragen.
Gesetzliche Rentenversicherung
Über die gesetzliche Rentenversicherung wird die künftige Altersversorgung über Altersrenten gespeist. In die Gruppe der zahlungsverpflichteten Personen fallen alle Arbeitnehmer und bestimmte Selbstständige. Fällt man nicht in die Kategorie der Personen, die beitragsverpflichtet sind, besteht die Möglichkeit auf eine Versicherung auf freiwilliger Basis und auf Antrag.

Grundsicherung bei Altersrente und Erwerbsminderung


Diese Leistungen werden wie zum Beispiel Hartz IV über die Sozialkassen übernommen. Unterschreitet die eigene Rente einen gewissen Level und hat man das 65. Lebensjahr (aktuell, wird angepasst auf 67) erreicht, besteht ein Anspruch auf Grundsicherung. Die Grundsicherung greift auch bei Personen ab dem 18. Lebensjahr, wenn sie mit einer medizinischen Indikation dauerhaft erwerbsgemindert sind. Eine Regelung erfolgt über das Zwölfte Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB XII). Eltern oder Kinder werden für diese Leistung an Unterhaltsberechtigte nicht zurückzahlend in die Pflicht genommen, so das eigene Jahreseinkommen unter 100.000 Euro liegt.

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