Einen Kredit zur Promotion zu finden ist nicht einfach. Spezialkredite werden nicht flächendeckend angeboten. Welche Möglichkeiten sich für Doktoranden eröffnen, dazu mehr im Beitrag.
Kredit zur Promotion – ein seltener Kreditwunsch
Der Kredit zur Promotion ist eher unüblich. Doktoranden sind in der Regel bei ihrem Professor als wissenschaftliche Mitarbeiter angestellt. Sie dürfen einen Teil ihrer Arbeitszeit zur Promotion verwenden. Auf diese Weise ist der Zugang zur Literatur gewährleistet und der Doktorvater als Ansprechpartner in allen Fragen verfügbar. Wer diesen „normalen“ Promotionsweg einschlägt, bekommt ein regelmäßiges Gehalt von der Universität ausgezahlt.
Abhängig vom Bundesland und persönlichen Berufserfahrungen beträgt das Bruttogehalt zwischen 3.000 Euro und 3.500 Euro monatlich. Ein Kredit für die Lebenshaltungskosten ist nicht notwendig.
Für die Forschungsarbeit entstehen ebenfalls kaum nennenswerte Kosten. Alles Nötige trägt der Lehrstuhl. Eine Privatperson wäre mit den Forschungskosten wahrscheinlich auch überfordert. Erst nach der Disputation kann es durch die Veröffentlichung der Dissertation zu Kreditbedarf kommen.
Alternative zum Kredit – Promotionsstipendium
Außerhalb der Tätigkeit eines wissenschaftlichen Mitarbeiters zu promovieren ist ein zweischneidiges Schwert. Bereits der ungehinderte Zugang zu aktueller Fachliteratur würde unkalkulierbare Summen verschlingen. Der Doktorand muss forschen können. Die Voraussetzungen zur Forschungsarbeit bieten eigentlich nur die Universität und große Unternehmen. Wer glaubt wirkliche Forschung aus eigener Tasche bezahlen zu können, der irrt sich gewaltig. Die Promotion ausschließlich aus dem Wissen anderer abzuleiten geht, wie prominente Beispiele aus der Politik belegen, sehr schnell schief.
Der Kredit zur Promotion ist daher nicht der Königsweg. Eine Promotion zählt laut Bundessozialgericht rechtlich nicht mehr zur wissenschaftlichen Ausbildung. Sondervergünstigungen sind daher von staatlicher Seite nicht zu erwarten. Ganz im Gegenteil, nicht einmal bei den Krankenkassenbeiträgen kann auf Sondertarife gehofft werden.
Wer es trotzdem auf eigene Faust wagen möchte, der sollte nach einem Promotionsstipendium suchen. Ansprechpartner dazu sind die Stiftungen der politischen Parteien und der Industrie. Außerdem vergeben einige Universitäten Promotionsstipendien. Mit etwa 1050 Euro Unterstützung kann monatlich gerechnet werden. Dazu kommt noch eine Kostenpauschale von 100 – 150 Euro.
Den Druck der Doktorarbeit finanzieren
Welchen Umfang die Veröffentlichung haben muss, hängt von den Promotionsvorgaben ab. Eine reine Online-Veröffentlichung ist allerdings immer noch die Ausnahme. Zumeist werden gedruckte und professionell gebundene Dissertationen im Buchformat verlangt. Außerdem muss das Werk im Buchhandel verfügbar sein. Die Druckkosten für die Veröffentlichung der Arbeit müssen aus eigener Tasche getragen werden. Ein Verlag, der das Werk aufnimmt und die Veröffentlichung durchführt berechnet bis zu 5.000 Euro für eine Doktorarbeit.
Diese Summe passt noch gut in den Rahmen eines Kleinkredites. Direktbanken bieten Kleinkredite im vereinfachten Verfahren an. Nach abgeschlossener Promotion ist es meist leicht, eine Stelle außerhalb der Universität zu finden. Wer nicht noch die Habilitation anschließen möchte, der ist in der Wirtschaft willkommen. Die wenigen, die sich wissenschaftlich berufen fühlen, finden recht schnell eine Stelle als Gastdozent.
In beiden Fällen sollte es kein Problem sein, innerhalb der Jahresfrist die Veröffentlichung durchzuführen. Von der nötigen Bonität beim Kredit für die Promotion kann in dieser Phase ausgegangen werden.




