Wenn in absehbarer Zeit eine Anschlussfinanzierung für die Immobilie benötigt wird, kann ein Forward Darlehen, mit dem man sich die Zinsen für die Zukunft sichern kann, die perfekte Darlehensform sein. Nur wenige Verbraucher sind finanziell in der Lage ihren Immobilienkredit mit nur einer Finanzierungsrunde in zehn, 15 oder 20 Jahren vollständig zu tilgen. Die meisten Darlehensnehmer brauchen nach Ablauf der Zinsbindungsfrist ein weiteres Darlehen, das dann auch noch einmal ebenso lange läuft.
Vorteile von Forward Darlehen
Mithilfe von Forward Darlehen, was so viel wie Vorausdarlehen heißt, können Darlehensnehmer ihre Anschlussfinanzierung planen, wenn sie in Zeiten, niedriger Zinsen ein neues Darlehen abschließen, es aber erst nutzen, wenn die Zinsbindung des ersten Darlehens ausläuft. Bei vielen Anbietern von Forward Darlehen ist das heute für bis zu 60 Monate im Voraus möglich. Aber je länger die Vorlaufzeit ist, desto höher wird der Zinsaufschlag, den die Banken berechnen.
Ein Forward Darlehen beantragt man und schließt auch einen Vertrag darüber ab, wenn die erste Finanzierungsrunde noch am Laufen ist. So kann man sich gegen einen relativ geringen Aufschlag die niedrigen Zinsen für das zweite Darlehen sichern, ohne es sofort in Anspruch nehmen zu müssen. Allerdings verpflichtet man sich auch, ein Forward Darlehen zum festgelegten Zeitpunkt abzunehmen, selbst dann, wenn die Zinsentwicklung so war, dass die Zinsen aktuell viel niedriger sind, als es die Zinsen seinerzeit waren, die man sich gesichert hat. Wird ein Darlehen nicht abgenommen, muss der Kunde an die Bank eine Nichtabnahmeentschädigung zahlen, die sehr viel Geld kosten kann.
Wenn die Rechnung aufgeht und die Zinsen sind tatsächlich gestiegen, hat der Verbraucher den Vorteil, dass er eine Anschlussfinanzierung nutzen kann, die deutlich bessere Konditionen hat, als aktuell üblich sind. Das heißt, der Kunde hat die Wette gewonnen, denn nichts anderes ist es eigentlich, wenn man sich mit einem Forward Darlehen niedrige Zinsen sichern will.
Aktuell haben Tausende Kunden die Wette verloren
Aber natürlich gewinnt der Kunde nicht immer und das ist auch das Risiko, das er mit Abschluss eines Forward Darlehens trägt. Aktuell haben sich viele Kunden verzockt, die seit 2009 auf steigende Zinsen gesetzt hatten. Sie müssen den Banken heute Darlehen abnehmen, die von den Konditionen her deutlich schlechter sind, als Darlehen, die aktuell aufgenommen werden. Das konnte keiner wissen und auch nicht einmal erahnen, dass die Niedrigzinsphase so lange anhält und die Zinsen sogar noch weiter in den Keller gehen. Rechnet man das in Euro um, erleiden viele Verbraucher Verluste im drei- und vierstelligen Bereich.
Im Juni 2009 haben Forward Darlehen, die 36 Monate später abgenommen werden, etwas mehr als 5 Prozent Zinsen gekostet. Heute zahlt man für solche Darlehen nur etwas über 3,1 Prozent. Das sind in Euro Mehrkosten von fast 20.000 Euro bei 100.000 Euro Kreditsumme.
Fazit
Ein Forward Darlehen kann eine hohe Zinsersparnis bringen, wenn die Zinsen steigen. Da man aber nicht verlässlich in die Zukunft blicken kann, kann es immer wieder vorkommen, dass selbst Experten, die mit einer Zinssteigerung rechnen, falsch liegen, so wie das aktuell der Fall ist. Wobei andersrum festzuhalten ist, dass aktuell die Zinsen so niedrig sind, wie sie noch nie waren, sodass es sic heute lohnen könnte, sich diese niedrigen Zinsen mit einem Forward Darlehen für die Zukunft zu sichern.