Ein Nebengewerbe wird in Deutschland immer dann geführt, wenn der eingesetzte Inhaber den Löwenanteil seines Einkommens aus einer weiteren Einnahmequelle, zum Beispiel einer Anstellung als Arbeitnehmer, verdient. Zusätzlich darf die für das Kleingewerbe investierte Zeit nicht die Zeit der primären Einnahmequelle überschreiten, damit dieses tatsächlich noch als Kleingewerbe gelten kann und somit von den steuerlichen Vorteilen profitiert wird.
Die Kreditaufnahme ist dennoch durchaus möglich, auch wenn ein Gewerbe nicht als primäre Einnahmequelle genutzt wird und somit nur als Nebengewerbe gilt. Denn auch bei einem Nebengewerbe oder einem Gewerbe was als Kleinunternehmer geführt wird fallen Kosten an, die nicht immer direkt durch die erzielten Umsätze gedeckt werden können. Zudem müssen in der Anfangsphase nicht selten größere Investitionen getätigt werden, die aus dem gängigen Gehalt eines Arbeitnehmers nicht vollständig zu decken sind.
In diesem Fall muss ein Kredit für ein Nebengewerbe bei einer Bank aufgenommen werden, wobei dieser Kredit oft erst möglich wird, wenn der Kreditnehmer auch tatsächlich ein weiteres Einkommen vorweisen kann. Wer also als Arbeitnehmer bereits mindestens ein durchschnittliches Einkommen erzielt, kann dieses auch zur Steigerung seiner Bonität für die Aufnahme des Kredit für ein Nebengewerbe einsetzen. In der Start-Up Phase des Nebengewerbes muss unter Umständen, wenn der Kredit relativ hoch beziffert ist, auch ein Businessplan gegenüber der Bank vorgelegt werden. Das ist bei einem Nebengewerbe zwar kein gängiges Vorgehen, jedoch gerade bei Banken mit durchschnittlicher oder niedriger Akzeptanzquote keine Seltenheit.
Zusätzliches Einkommen über das Nebengewerbe erzielen
Der Einsatz von Fremdkapital ist in der Wirtschaft ein gängiges Mittel um Kosten zu decken und Investitionen zu ermöglichen. Folglich ist auch ein Kredit für ein Nebengewerbe keine Seltenheit, wobei der Kreditrahmen in der Regel natürlich wesentlich geringer als bei klassischen Unternehmen beziffert ist. Das liegt auch daran, dass bei einem Nebengewerbe üblicherweise keine Angestellten beschäftigt werden, weshalb Lohn- und Gehaltszahlungen obsolet werden.
Damit sich die Aufnahme des Kredits auch tatsächlich rentiert, sollte die Rentabilitätsquote des Nebengewerbes höher als die anfallende Zinslast sein, denn nur so kann garantiert werden, dass das eingesetzte Kapital auch tatsächlich positiv zum Wirtschaften genutzt wird. Über welche Dauer sich das eingesetzte Kapital dann rentiert beziehungsweise ein Break-Even-Point erreicht wird, hängt maßgeblich vom Erfolg des Unternehmens und dem Markt ab. Auch die Anstrengungen, die für das Nebengewerbe betrieben werden, sind natürlich ein entscheidender Faktor, insbesondere weil die zeitlichen Investitionen gesetzlich begrenzt werden.
Der Kredit für das Nebengewerbe kann, zumindest bei geringeren Summen, auch als klassischer Ratenkredit beziehungsweise Konsumkredit aufgenommen werden, da dieser in seiner Verwendung frei ist. Eine niedrige Zinslast anzustreben sollte aus Sicht des Kreditnehmers eine Selbstverständlichkeit sein, denn gerade in der Start-Up Phase sollte das begrenzte Kapital gut eingesetzt und die damit verbundenen Kosten möglichst gering gehalten werden.




